Adipositaszentrum

Häufige Fragen

Was beinhalten die konservativen Behandlungsmöglichkeiten der Adipositas?

Die konservativen Maßnahmen umfassen ein multimodales Behandlungskonzept zur nachhaltigen Verhaltensmodifikation, bestehend aus Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und ggf.Verhaltenstherapie

Ist es innerhalb von 6 Monaten unter Anwendung eines konservativen Therapieregimes zu einer kontinuierlichen Gewichtsreduktion von mindestens 10 Prozent des Ausgangsgewichts gekommen, so sind die konservativen Maßnahmen zunächst fortzusetzen. Soweit nach Beendigung der Therapie das
ursprüngliche Gewicht wieder erreicht oder überschritten wird, ist die Behandlung als erfolglos zu bewerten.

Wie ist das Vorgehen bei einem BMI über 60?

Bei Vorliegen eines BMI > 60 kg/m² ist eine relevante Gewichtsbeeinflussung auch unter multimodaler (mehrerer Elemente umfassender) konservativer Therapie nicht zu erwarten. In diesen Fällen wird vorwiegend geprüft ob eine ernährungsmedizinische Betreuung als Vorbereitung auf die postoperative
Phase stattgefunden hat. Allerdings muss auch ein Antrag zur Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt werden.

Welche Unterlagen sollte ich zu meiner Erstvorstellung in der Sprechstunde mitbringen?
  • Den ausgefüllten Anamnesebogen unserer Sprechstunde, der Ihnen nach der Terminvergabe zugesandt wird
  • Einen Medikamentenplan, wenn vorhanden
  • Entlassungsberichte von Voraufenthalten aus anderen Kliniken oder Reha-Kliniken
Wie stelle ich einen Antrag zur Kostenübernahme für einen adipositaschirurgischen Eingriff?

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen adipositaschirurgischen Eingriff nur nach vorherigem Antrag. Ihre eingereichten Unterlagen werden von der Krankenkasse dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) zur Begutachtung vorgelegt. Der MDK richtet sich bei der Begutachtung nach der so genannten S3-Leitlinie. Damit Ihre Krankenkasse die OP mit Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) genehmigt, sollten Sie folgende Unterlagen einreichen:

  • Ihr Anschreiben an die Krankenkasse, ggf. mit Foto
  • Unsere Stellungnahme („Arztbrief“ der Sana Klinik Lübeck GmbH)
  • Ausschluss endokriner Erkrankungen (TSH, HbA1C, Cortisol, ACTH) beim Hausarzt
  • Nachweis über ein halbes Jahr sportliche Bewegung
    Das kann sein: Reha-Sport, Fitnessstudio (nur mit Nachweisen, dass Sie ein halbes Jahr regelmäßig da waren Also Stempel mit Datum und Unterschrift beim Eingang), Schwimmhalle (bitte Kassenzettel aufbewahren), Nordic-Walking (Nachweis eines Trainers muss gegeben sein, auch hier: Stempel mit Datum und Unterschrift), …
  • Nachweis über ein halbes Jahr Ernährungstherapie (nur von ausreichen qualifizierten Kräften, z.B. DiätassistentInnen/Diätologen, Ernährungsmedizinern, OecotrophologInnen)
  • Ein psychologisches Gutachten
    Zum Ausschluss einer Kontraindikation für OP. Eine Depression ist keine Kontraindikation wenn Sie in Behandlung sind. Viele Krankenkassen verlangen auch vor der OP schon eine Verhaltenstherapie (Dauer ebenfalls ein halbes Jahr). Zum Ausschluss einer Kontraindikation für OP. Eine Depression ist keine Kontraindikation.
  • Ein Ernährungstagebuch über 2 Monate
  • Eine Auflistung über alle Abnehmversuche der letzten 5 Jahre (hier prüft der MDK Ihre Eigenmotivation)
  • Nachweise über Gruppentherapien, z.B.: Weight Watchers, Reha-Sport, …
Wie geht es weiter, wenn ich eine Kostenzusage für einen adipositaschirurgischen Eingriff habe?

Sie vereinbaren einen erneuten Termin in unserer adipositaschirurgischen Sprechstunde. An diesem Termin vereinbaren wir einen Operationstermin, sprechen nochmals über die Operation und nehmen Ihnen Blut ab.

Wie geht es weiter, wenn ich eine Ablehnung der Kostenübernahme erhalten habe?

Melden Sie sich in einem solchen Fall gerne telefonisch bei uns. Vielleicht können bereits am Telefon weitere Schritte besprochen werden. Ansonsten ist eine kurzfristige Wiedervorstellung in unserer Sprechstunde möglich, so dass das weitere Vorgehen besprochen werden kann.

Wie lange muss ich im Krankenhaus für einen adipositaschirurgischen Eingriff bleiben?

In der Regel bleiben sie 7-10 Tage stationär. Sie kommen bereits einen Tag präoperativ zur Aufnahme, so dass wir eine Magenspiegelung, eine Röntgen Aufnahme der Lunge und eine Lungenfunktionsprüfung durchführen können. An diesem Tag besucht Sie bereits unsere Ernährungsberaterin auf Station und spricht mit Ihnen über den postoperativen Kostaufbau.

Warum erfolgt eine lebenslange Nachsorge?

Eine lebenslange Nachsorge erfolgt, damit:

  • man als Patient keinen unvertretbaren Risiken ausgesetzt ist
  • Früh- und Spätkomplikationen der Operation und metabolische Langzeitkomplikationen der
    Malabsorption im Mineral- und Vitaminstoffwechsel erkannt werden.
  • bei schweren Begleiterkrankungen ggf. deren medikamentöse Neueinstellung erfolgt
  • einer erneuten Gewichtszunahme frühzeitig mit konservativen Methoden gegengesteuert werden
    kann,
  • eine Beratung zu einer eventuell geplanten Schwangerschaft erfolgt.
Wie oft muss ich mich zur Nachsorge wieder vorstellen?

Das erste Mal stellen sie sich zwei Wochen nach der Operation wieder in unserer Sprechstunde vor und dann im ersten Jahr in dreimonatigen Abständen. Nach einem Jahr wird die Kontrolle auf jährliche Abstände ausgeweitet.

Wann kann ein plastisch-chirurgischer Eingriff erfolgen?

Es sollte zunächst die Phase des größten Gewichtsverlustes abgewartet werden. Wenn das Körpergewicht dann über einen Zeitraum von 3-6 Monaten konstant geblieben ist bzw. nicht erneut ansteigen ist kann eine plastisch-chirurgische Maßnahme geplant werden. Des Weiteren sollte der BMI unter 40 kg/m² liegen und der Patient muss Narben akzeptieren können. Zur Kostenübernahme
muss erneut ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Wir unterstützen Sie hierbei gerne.